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Ratgeber

Untergründe für Dekorfolie: der Leitfaden

3 Min. Lesezeit
Untergründe für Dekorfolie: der Leitfaden

Gestelltes Bild. Farbe: AW005 (Holzdekore)

Nach der Farbe hören wir in der Beratung am häufigsten diese Frage: „Hält die Folie auf unserer Wand?“ Die Antwort liegt im Zustand der Fläche, also im Untergrund. Ein großer Teil der Folienmängel geht nicht auf die Folie zurück, sondern auf den Untergrund; deshalb gehört seine Prüfung vor die Bestellung.

Geeignet: glatt, trocken, staubfrei

Diese Untergründe sind der Standard für Dekorfolie:

  • Gipskarton: der häufigste Untergrund. Mit verspachtelten Fugen und Grundierung entsteht eine stabile Fläche.
  • Sperrholz, MDF und andere Holzwerkstoffe: die Basis bei der Renovierung von Möbeln und Türen. Voraussetzung sind eine staubfreie Oberfläche und eine Grundierung.
  • Stahlblech und Metall: Aufzüge, Brandschutztüren, Trennwände. Entscheidend ist das Entfetten. Welche Grenzen an einer Brandschutztür gelten, steht im Leitfaden zur Wohnungstür.
  • Bestehende Lack- und Folienflächen: Sind sie tragfähig, haften also vollflächig und ohne Ablösungen, lässt sich nach der Flächenvorbereitung neu folieren. Auf einem abblätternden Anstrich nicht.

Drei Bedingungen gelten für alle: glatt, trocken, frei von Staub und Fett. Fehlt eine davon, sinkt die Haftung, und die Folie hebt sich ab oder löst sich.

Untergründe, die Vorarbeit brauchen

  • Zement- und Betonputz: im Rohzustand ungeeignet. Die lose, mehlige Feinschicht an der Oberfläche (Zementschlämme) und Unebenheiten machen die Haftung unzuverlässig. Die Fläche wird gespachtelt und grundiert; bei neuem Putz kommt die Kontrolle der Restfeuchte hinzu.
  • Tapete: Papiertapete hält der Spannung der Folie nicht stand. Grundsätzlich wird die Tapete entfernt und die Fläche neu aufgebaut, bevor foliert wird.
  • Glas und tief profilierte Leisten: Glas ist das Revier eigener Produktgruppen. An tiefen Profilen arbeitet das Rückstellvermögen der Folie gegen die Kontur, dafür braucht es eine eigene Technik (mehr im Beitrag zu Sockelleisten und Zierleisten).

Bei einem unklaren Untergrund ist ein Foto der schnellste Weg. Schicken Sie es per E-Mail über Kontakt; anhand der Bedingungen sagen wir Ihnen, ob es geht und welche Vorarbeit nötig ist.

Reihenfolge der Untergrundvorbereitung

Die ersten beiden Schritte der Verarbeitungsanleitung im technischen Datenblatt (Download auf der Produktseite) betreffen genau den Untergrund. Zusammengefasst:

  1. Vorarbeit: Staub und Fett entfernen, Unebenheiten glatt spachteln.
  2. Wasserbasierte Grundierung auftragen und gründlich trocknen lassen: Bei jeder Folie wird Restfeuchte unter einer zu früh überklebten Grundierung zur Ursache von Ablösungen. Bei Folien aus hochdichtem Harz mit geschlossener Oberfläche gehört eine großzügige Trockenzeit zum Standardverfahren.
  3. Danach folgen Andrücken, Kantenarbeit und eine Raumtemperatur von 18–24 °C (Einzelheiten im Leitfaden zu Küchenfronten).

Brandverhalten: auch der Untergrund zählt

Wo eine schwer entflammbare Oberfläche gefordert ist, wird der Untergrund mit betrachtet. Eine schwer entflammbare Folie auf einem Untergrund, der selbst mindestens schwer entflammbar ist, etwa Gipskarton, ergibt aus Sicht des Brandverhaltens einen stimmigen Aufbau und ist in der Praxis die Standardkombination.

Dazu ein Merkmal der Folien in unserem Vertrieb: Bei den aktuell KFI-zertifizierten Linien, Neotec SAVE und der erneuerten Art-Eco-Linie, wird die Zertifizierung als schwer entflammbar (koreanische Klasse 준불연) für das Material, also die Folie selbst, ausgestellt. Das unterscheidet sich von Systemen, in denen die Einstufung an die Kombination mit einem bestimmten Untergrund gebunden ist, etwa der japanischen Ministerialanerkennung; Einzelheiten im Beitrag zum KFI-Prüfbericht.

Welche Unterlagen eine Behörde oder die Bauüberwachung verlangt, kann sich von Projekt zu Projekt und je nach Zuständigkeit unterscheiden. Für Deutschland kommt hinzu: Die KFI-Zertifizierung ist ein koreanischer Nachweis. Eine Klassifizierung nach EN 13501-1 oder DIN 4102 liegt nicht vor; sie kann für ein konkretes Projekt auf Anfrage veranlasst werden. Steht eine Brandklasse im Leistungsverzeichnis, gehört die Nachweisfrage deshalb vor die Bestellung. Die Scans der Originale stehen im Zertifikate-Bereich.

Bewertung und Vorbereitung je Untergrund

Untergrund Bewertung Voraussetzung
Gipskarton, Sperrholz, MDF geeignet Spachteln, Grundierung, Trocknung
Stahlblech, Metall geeignet Entfetten
Bestehender Anstrich, bestehende Folie bedingt tragfähig ohne Ablösungen, Fläche vorbereitet
Zement- und Betonputz bedingt Fläche gespachtelt, Restfeuchte geprüft
Papiertapete, Glas ungeeignet bzw. eigenes Revier Tapete entfernen bzw. eigene Produktgruppen

Fragen zum Untergrund beantworten wir per E-Mail über Kontakt. Die Farben stehen auf der Produktseite; für die Auswahl empfehlen wir das physische Muster, das dort angefordert werden kann.