Ein Prospekt behauptet, ein Lieferverzeichnis belegt. Jeder Anbieter kann schreiben, sein Material sei „bei anspruchsvollen Kunden bewährt". Schwerer zu fälschen sind Lieferdaten: Datum, Region, Gebäudetyp, Menge. Genau ein solches Verzeichnis liegt für die schwer entflammbare, PVC-freie Folie vor, die YEILDECO aus Korea heraus auch dem deutschsprachigen Markt anbietet — geführt und veröffentlicht von D-Guard, dem offiziellen Vertriebskanal in Korea. Rund 80 einzelne Lieferungen aus den Jahren 2023 bis 2026 stehen darin, mit Region, Gebäudetyp und laufender Metermenge. Wer für ein Projekt eine schwer entflammbare Folie sucht und dem Zertifikat einer koreanischen Herstellerkette nicht blind vertrauen will, findet in dieser Liste mehr als in jedem Datenblatt.
Kumuliert kommt D-Guard laut eigener Erfassung auf mehr als 500 belieferte Objekte und über 50.000 m² verbaute Folie. Das ist eine Selbstauskunft des Vertriebskanals, keine unabhängig geprüfte Zahl — wir geben sie deshalb ausdrücklich als solche wieder. Interessanter als die Summe ist aber, was die einzelnen Zeilen zeigen: eine Abfolge von Gebäudetypen, die sich nicht durch Marketing erklären lässt, sondern durch koreanisches Baurecht.
Schulen dominieren die Liste
Der auffälligste Befund für jeden, der die Referenzen zum ersten Mal liest: Schulen sind die mit Abstand häufigste Gebäudekategorie. Nicht ein Vorzeigeprojekt, sondern Dutzende — Grund-, Mittel- und Oberschulen quer durch die Provinzen Gyeonggi, Nord- und Südgyeongsang sowie Südjeolla, Jahr für Jahr wiederkehrend.
Die größte Einzellieferung der gesamten Liste betrifft ebenfalls eine Schule: Ein Gymnasium in der Provinz Gyeonggi bezog im Dezember 2023 in einem einzigen Auftrag 5.000 laufende Meter Folie.

Schulflure sind der häufigste Einsatzort in der Lieferliste — koreanisches Baurecht verlangt für diese Gebäudekategorie eine zertifizierte, schwer entflammbare Wandbekleidung.
Der Grund liegt im koreanischen Baurecht, nicht in der deutschen Musterbauordnung: Wo Fluchtwege lang oder Nutzer besonders schutzbedürftig sind, schreibt das koreanische Brandschutzrecht für Innenwand- und Deckenbekleidung eine geprüfte Brandklasse vor — Kinder in Schulen sind dafür der Standardfall. Ein zertifiziertes, schwer entflammbares Produkt erlaubt es Schulverwaltungen, Flure und Klassenzimmer neu zu gestalten, ohne die Zulassungsfrage jedes Mal neu zu verhandeln. Offenbar überzeugt dieses Argument immer wieder dieselben Einkäufer.
Kliniken und Pflegeeinrichtungen
Die zweitgrößte Gruppe in der Liste sind Räume für Menschen, die im Ernstfall nicht schnell hinauskommen: ein öffentliches Wochenbett-Pflegezentrum in der Provinz Nordgyeongsang mit 1.800 laufenden Metern im Dezember 2025, dazu Kinderkliniken. Dieselbe Logik gilt hier schärfer, weil die Nutzer die Langsamsten beim Verlassen des Gebäudes sind. Warum das zählt, haben wir an anderer Stelle ausgeführt: Bei einem Gebäudebrand tötet meist der Rauch, nicht die Flamme — dazu mehr im Beitrag Brandrauch statt Flammen. Fluchtzeit ist genau das, was eine Innenbekleidung entweder gewährt oder kostet.
Ein Auftrag, 500 Wohneinheiten
Die Zeile, nach der Interessenten am häufigsten fragen: Im Mai 2025 deckte ein einziger Auftrag für eine Wohnanlage in der Provinz Gyeonggi 500 Einheiten ab — ein Produkt, ein Bauvorhaben, fünfhundert Wohnungen. Für eine dünne Dekorfolie ist das ebenso eine Aussage über Logistik wie über Vertrieb: gleichbleibende Chargenqualität, wiederholbare Farbcodes und ein Lieferplan, auf den sich ein Bauzeitplan verlassen kann.

Ein einziger Auftrag deckte 500 Wohneinheiten in einer Anlage in der Provinz Gyeonggi ab.
Warum öffentliche Vergabe das Zertifikat bestätigt
Schulen und Kliniken kaufen keine Dekorfolie beiläufig. In Korea läuft die Beschaffung für solche öffentlichen und halböffentlichen Träger über Vergabeverfahren mit Abnahme — wer die Unterlagen nicht vorlegt oder wessen Material die Prüfung nicht besteht, bekommt den Auftrag nicht oder nicht wieder. Dass Schulen und Pflegeeinrichtungen über drei Jahre und rund 80 Lieferungen hinweg wiederholt bestellen, ist deshalb kein Zufall der Kundschaft, sondern ein Hinweis darauf, dass das koreanische Zertifikat für schwer entflammbare Baustoffe in der Praxis der Vergabe tatsächlich trägt — Auftrag für Auftrag, nicht nur im Prüflabor.
Was diese Liste beweist — und was nicht
Vier Einschränkungen gehören zu jeder ehrlichen Lesart dieser Zahlen.
Erstens: Alle Referenzen sind Lieferungen innerhalb Koreas. Die Liste belegt Praxistauglichkeit im koreanischen Markt — sie ist kein Nachweis für ein bereits laufendes Projekt in Deutschland oder der EU.
Zweitens: „Schwer entflammbar" bedeutet hier die koreanische KFI-Zertifizierung, nicht die europäische Euroklasse nach EN 13501-1. Für ein deutsches Leistungsverzeichnis, das B-s1,d0 oder DIN 4102 B1 fordert, ist das ein eigener Prüfweg — wir haben an anderer Stelle beschrieben, wo diese Klasse im deutschen Baurecht tatsächlich Pflicht ist und wie sich koreanische und europäische Prüfsystematik unterscheiden. Wer für sein Projekt eine EU-Klassifizierung braucht, sollte das früh ansprechen, statt es stillschweigend vorauszusetzen.
Drittens: Objektnamen sind in dieser Liste anonymisiert — genannt werden Region und Gebäudetyp, nicht Schulnamen oder Bauträgermarken.
Viertens: Schwer entflammbar heißt nicht nicht brennbar. Das Material kann brennen; das Zertifikat begrenzt, wie stark es zur Brandausbreitung beiträgt — mehr nicht.
Fazit
Wer eine schwer entflammbare, PVC-freie Dekorfolie von einem Anbieter prüft, den er noch nicht kennt, sollte nach dem Lieferverzeichnis fragen, bevor er den Prospekt liest. Unseres ist öffentlich, drei Jahre alt und zeigt ein eindeutiges Gewicht: Schulen, Pflegeeinrichtungen und ein sehr großer Wohnungsauftrag — genau dort, wo koreanisches Brandschutzrecht am strengsten greift.
Mehr zum Produkt und zu den vorliegenden Nachweisen auf der Übersichtsseite von YEILDECO.
YEILDECO
Schwer entflammbare, PVC-freie Dekorfolie
Schwer entflammbare (KFI-zertifiziert), PVC-freie Interior-Folie aus Korea. Wir freuen uns über Händler- und Exportanfragen.
